Da einige Leute viel Spaß mit der Ausdauer-Cup-Statistik hatten und Interesse an der gleichen Statistik für den Rothaar-Cup bestand, kommen hier nun die entsprechenden Zahlen.

Teilnehmerzahlen

Die erste Grafik zeigt die Entwicklung der Teilnehmerzahlen in den letzten 5 Jahren. Die dunkelblauen Balken stellen dabei alle Teilnehmer dar ohne die Bambiniläufe und (Nordic) Walking. Die hellblauen Balken berücksichtigen nur die Starter in den Hauptläufen, d.h. die Läufe, für die die Erwachsenen Punkte bekommen. In Erndtebrück, Aue-Wingeshausen und Eichen sind das jeweils zwei Läufe, so daß hierin bei 6 Veranstaltungen 9 Läufe berücksichtigt sind. Anzumerken ist hier noch, daß 2007 der 10km-Lauf in Büschergrund wegen eines Gewitters nicht gestartet werden konnte. Ersatzweise ist dafür der Mittelwert aus den Teilnehmerzahlen von 2006 und 2008 angesetzt worden. Zusätzlich wurde 2008 in Erndtebrück im Rahmen des Rothaar-Cups kein Halbmarathon angeboten, so daß alle Läufer die 10 km laufen mußten. Der Halbmarathon fand zwar 2 Tage später statt (im Rahmen der Jubiläums-Lauftour), war aber nicht Bestandteil der Wertung. Daher wurden diese Teilnehmer nicht mitgezählt.
Insgesamt kann man feststellen, daß die Teilnehmerzahlen in den letzten Jahren relativ konstant sind, eventuell kann man von einer leicht ansteigenden Tendenz sprechen.

 

Teilnehmerzahlen nach Veranstaltungen

Die nächste Grafik zeigt die prozentuale Zusammensetzung der Starter bei den einzelnen Cup-Veranstaltungen. Die meisten Läufer starten demnach in Erndtebrück. Allerdings sind die Teilnehmerzahlen nicht sehr unterschiedlich. Der Schnitt liegt bei 6 Veranstaltungen bei 16.66% und da liegt keiner weit von weg. Auffällig ist, daß der Büschergrunder Waldlauf seinen Anteil in den letzten Jahren etwas steigern konnte.

 

Teilnehmerzahlen nach Hauptläufen

Diese Grafik entspricht der vorherigen, jedoch sind hier nur die Teilnehmer in den jeweiligen Hauptläufen erfaßt. Hierbei fällt auf, daß insbesondere in Helberhausen und in Aue weniger Teilnehmer in den Hauptläufen zu finden sind. Interessant ist auch, daß die Veranstaltungen, die zwei Läufe zur Auswahl für die Wertung anbieten, nicht mehr Teilnehmer in den Hauptläufen aufweisen, d.h. es kommen deswegen nicht mehr Läufer.

 

Teilnehmerzahlen nach Hauptläufen (gesplittet)

Diese Grafik entspricht der vorherigen, jedoch sind hier die Teilnehmer bei den Läufen mit Auswahlmöglichkeit noch einmal unterteilt. Die längeren Strecken sind demnach deutlich unbeliebter, was insbesondere in Erndtebrück auffällt. Hier starten etwa dreimal soviele Läufer über die 10 km als beim Halbmarathon. In Aue-Wingeshausen ist das Verhältnis nicht ganz so schlecht und in Eichen sogar noch etwas besser. Trotzdem: die kurzen Strecken werden deutlich bevorzugt. Die meisten Läufer in einem Rennen starten inzwischen in Büschergrund.

 

Sieger nach Vereinen

Die drei folgenden Grafiken zeigen die Siege aller Hauptläufe der letzten 5 Jahre aufgeteilt nach Vereinen. In der ersten Grafik sind die Männer zu sehen. Hier hat die LG Kindelsberg am häufigsten gewonnen (bei LG's sind die Stammvereine zusammengefaßt), wobei alle Siege von der TSG Helberhausen erzielt worden bzw. sogar alle vom gleichen Läufer - dazu weiter unten mehr. Platz 2 belegt der TuS Deuz vor der SG Wenden. 100% entsprechen 43 Siegen (5 Jahre mit jeweils 9 Veranstaltungen ohne den Büschergrunder Waldlauf 2007 und den Erndtebrücker Halbmarathon 2008).

 


Bei den Frauen liegt der CVJM Siegen vor der TG Grund und der LG Wittgenstein, bei der Läuferinnen vom TuS Erndtebrück und vom TV Laasphe gewinnen konnten.

 


Faßt man Männer und Frauen zusammen, dann liegt die LG Kindelsberg knapp vom dem CVJM Siegen. Auf dem dritten Platz liegt der TuS Deuz.

 

Sieger nach Läufern

Die unten aufgeführten Tabellen zeigen die Siege aller Läuferinnen und Läufer, die in den letzten 5 Jahren mindestens 2 Läufe gewonnen haben. Bei zwei Läufen gab es jeweils zwei Sieger (einmal bei den Männern und einmal bei den Frauen), die dafür jeweils einen halben Punkt erhalten haben. Bei den Männern hat "Mr. Rothaar-Cup" Thomas Braukmann die mit Abstand meisten Siege auf dem Konto. Würde man die Statistik noch weiter in die Vergangenheit ausdehnen, so würde der Vorsprung noch deutlicher werden. Insbesondere auf den langen Strecken verliert Thomas Braukmann nur selten ein Rennen. Auf Platz 2 liegt Thomas Tremmel mit 6 Siegen knapp vor Juri Propp.
Bei den Frauen gibt es zwei Läuferinnen, die eine hohe Anzahl an Siegen aufweisen: Petra Bach mit 11 Siegen und Ulrike Bosch-Schwaak mit 9 Siegen. Beide Läuferinnen haben ihre Siege jeweils in drei der fünf betrachteten Jahre eingefahren. Auf dem vierten Platz liegt Lisa Heimann mit 4 Siegen. Interessanterweise hat dieses Jahr keine der drei genannten Läuferinnen gewonnen.
Kein Läufer hat es geschafft, in jedem der letzten 5 Jahre mindestens einen Lauf zu gewinnen - nicht einmal Thomas Braukmann, der 2008 nicht gewann. Dafür hat er in gleich 2 Jahren 4 Siege (von 6 möglichen) erzielt. Das konnte allerdings noch von Petra Bach übertroffen werden, die 2009 gleich 5 Siege erreichte und nur in Bad Berleburg nicht gewann.
In den letzten 5 Jahren hat es niemand geschafft mehr als 3x bei der gleichen Veranstaltung hintereinander zu gewinnen. Drei Siege hintereinander hat nur Petra Bach geschafft: Beim Kindelsberglauf über die 20 km und in Aue-Wingeshausen über die 29 km (jeweils 2008-2010).
Besonders abwechslungsreich ist das Rennen in Bad Berleburg: hier gewannen 5 unterschiedliche Männer und 5 unterschiedliche Frauen (bei allerdings einem geteilten Sieg).

 

Leistungsentwicklung in den letzten 5 Jahren

Die nächsten Grafiken zeigen die aufsummierten Laufzeiten aller 9 Hauptläufe im Vergleich der letzten 5 Jahre. Bei der Erstellung ist ein wenig getrickst worden. Da der Büschergrunder Waldlauf 2007 nicht stattfand, sind für diesen Lauf die Mittelwerte aus den Jahren 2006 und 2008 berechnet worden. Ebenso wurde mit dem Halbmarathon in Erndtebrück 2008 verfahren, d.h. es wurden die Mittelwerte aus den Nachbarjahren verwendet.
Zusätzlich ist zu beachten, daß nicht immer die gleichen Strecken gelaufen wurden. In Büschergrund wurden bis 2008 etwa 9.8 km gelaufen, danach wurde die Strecke auf etwa 10.1 km verlängert. Beim Kindelsberglauf wurden 2009 wegen Umbauarbeiten auf dem Sportplatz Start und Ziel verschoben - beide Hauptlauf-Strecken waren in jenem Jahr etwas über 100 m kürzer. Und in Helberhausen wurden sogar in den 5 Jahren 5 unterschiedliche Strecken gelaufen. 2007 bis 2010 waren das nur kleine Änderungen mit Streckenlängen zwischen 10.35 km und 10.56 km, aber 2011 war die Streckenlänge 14.1 km. Die ganzen kleinener Änderungen wurden bei der Erstellung der Statistik nicht weiter beachtet, jedoch wurden die Zeiten der längeren Helberhäuser Strecke auf 10.5 km linear heruntergerechnet.
Aufgrund der Schwankungen der Streckenlängen sind die nachfolgenden Zahlen also nur bedingt aussagekräftig.
Betrachtet man die Siegerzeiten bei den Männern, so stellt man fest, daß 2010 am schnellsten gelaufen wurden. In dem Jahr wurden auch keine verkürzten Strecken gelaufen und der Helberhäuser Lauf war mit 10.56 km die längste Variante auf der alten Strecke. 2011 waren die Zeiten im Vergleich langsamer. Insgesamt läßt sich keine eindeutige Tendenz feststellen.

 


Auch die Siegerzeiten der Frauen waren dieses Jahr langsamer als im Vorjahr. Unter Berücksichtigung der Streckenlängen dürften die Siegerzeiten der Frauen auch im Jahr 2010 die besten gewesen sein - auch wenn die Gesamtzeit 2008 noch etwas schneller war.

 


Interessant ist es auch, wenn man nicht die Siegerzeiten, sondern die Zeiten der jeweils Zehntplatzierten aufsummiert, um einen Eindruck von der "Breite in der Spitze" zu bekommen. Hier zeigt sich bei den Männern eine klar absteigende Tendenz - zwischen schnellstem und langsamsten Jahr liegen immerhin 12 Minuten. Bei den zehntplatzierten Frauen ist keine klare Tendenz zu erkennen. Die Streuung ist auch relativ gering. Der Unterschied zwischen schnellstem und langsamsten Jahr betrug hier nur etwa 5 Minuten.

 

 


Zusätzlich kann man die gleiche Statistik auch mit den Läufern in der Mitte des Feldes machen, d.h. die Zeiten der Läufer aufsummieren, die genau den mittleren Platz bei jedem Lauf belegt haben. Hier zeigt sich eine absteigende Tendenz: es wird in der Mitte des Feldes immer langsamer gelaufen.

 

Leichte Siege - schwere Siege ?

Ein weiterer interessanter Punkt ist der Vergleich der Siegerzeit zu der mittleren Zeit im gleichen Lauf. Oder anders ausgedrückt: wo muß man zum Gewinnen im Verhältnis zum durchschnittlichen Läufer besonders schnell laufen? Oder von der anderen Seite betrachtet: wo kann man besonders einfach gewinnen, weil man im Verhältnis zum Rest nicht besonders schnell laufen muß. Dies kann man berechnen, indem man die Zeit des mittleren Läufers durch die Siegerzeit teilt. Ein Faktor von 1.5 bedeutet z.B., daß man 50% schneller als der mittlere Läufer laufen muß, um zu gewinnen. Der Faktor 1.1 entspricht einem 10% höheren Lauftempo, was eher wenig ist.

Die im Verhältnis beste Siegerzeit bei den Männern wurde 2008 in Bad Berleburg erzielt. Hier gewann der Kenianer Koros Kenneth mit 30:12, was eine herausragende Zeit ist. Ansonsten tauchen auf den oberen Plätzen die eher kürzeren Läufe auf. Am unteren Ende findet man besonders oft den langen Lauf in Eichen sowie den Halbmarathon in Erndtebrück. Interessanterweise findet man ganz unten den Lauf in Bad Berleburg von 2007, den Juri Propp in eher mäßigen 35:12 gewann.

Bei den Frauen sieht das Bild etwas anders aus. Hier war das Ergebnis in Helberhausen von 2008 das beste. Besonders häufig findet man in der Spitze die Läufe von Büschergrund und den 15km-Lauf von Aue-Wingeshausen. Beide tauchen vier mal unter den Top 15 auf.
Das untere Ende der Statistik wird fast vollständig von dem Halbmarathon in Erndtebrück und dem 20km-Lauf von Eichen gebildet, also den längeren Läufen.

Generell läßt sich sagen, daß die Siegerzeiten der längeren Läufe im Verhältnis zu den mittleren Zeiten eher schlecht sind. Das liegt allerdings nicht daran, daß die Sieger langsam laufen, sondern daran, daß die längeren Strecken eher von den erfahreren und im Schnitt schnelleren Läufern in Angriff genommen werden. Die langsameren Läufer gehen lieber auf die kürzeren Strecken.

 


Die Betrachtung der 10. Plätze im Verhältnis zur mittleren Laufzeit gibt ein wenig Aufschluß darüber, bei welchen Läufen man relativ einfach eine hohe Punktzahl erzielen kann: je niedriger der Faktor, desto leichter landet man im vorderen Bereich. Von der anderen Seite betrachtet: bei den Läufen im oberen Bereich der Tabelle ist die Konkurrenz in der Spitze stark.

Bei den Männern findet man im oberen Bereich vor allem den 15km-Lauf von Aue-Wingeshausen sowie den Lauf in Bad Berleburg. Unten stehen durchweg alle langen Läufe, d.h. viele Punkte kann man besonders bei den langen Läufen sammeln.

Bei den Frauen zeigt sich ein ähnliches Bild: oben die kürzeren Läufe, unten die längeren. Allerdings ist das Bild nicht ganz so stark ausgeprägt. Die letzten Läufe in der Statistik weisen alle einen Faktor von unter 1 auf, was bedeutet, daß die zehnte Frau bereits in der zweiten Hälfte des Feldes das Ziel erreicht hat.

Als Tip für den durchschnittlichen Läufer gilt die Empfehlung sich eher auf die lange Strecke zu begeben, um eine höhere Punktzahl zu erzielen. Bei den Top-Läufern, die um maximale Punktzahl kämpfen, kommt es eher darauf an, dem gleichstarken bzw. stärkeren Hauptkonkurrenten aus dem Weg zu gehen.