Die folgenden Statistiken zeigen eine Übersicht über die letzten 5 Jahre im Ausdauer-Cup. Natürlich kann man nicht alles untersuchen, aber neben den obligatorischen Teilnehmerzahlen werden auch ein paar sonst eher weniger beleuchtete Punkte untersucht.

Teilnehmerzahlen

Die erste Grafik zeigt die Entwicklung der Teilnehmerzahlen in den letzten 5 Jahren. Die dunkelblauen Balken stellen dabei alle Teilnehmer dar ohne die Bambiniläufe. (Nordic) Walking wurde nur berücksichtigt, wenn es innerhalb der normalen Läufe gewertet wurde und nicht als zusätzliche Veranstaltung. Die hellblauen Balken berücksichtigen nur die Starter in den Hauptläufen, d.h. die Läufe, für die die Erwachsenen Punkte bekommen. Anzumerken ist hier noch, daß der Molzberglauf 2008 wegen Unwetters abgebrochen wurde und die letzten Läufe nicht gestartet wurden. In der Statistik fehlen diese Nichtstarter, die etwa 50 Läufer umfassen dürften.
Insgesamt kann man feststellen, daß die Teilnehmerzahlen in den letzten Jahren rückläufig sind, wobei die Gesamtteilnehmerzahl dieses Jahr einen minimalen Anstieg zum Vorjahr aufweist. Die Teilnehmerzahl in den Hauptläufen ist dagegen minimal gesunken.

 

Teilnehmerzahlen nach Veranstaltungen

Die nächste Grafik zeigt die prozentuale Zusammensetzung der Starter bei den einzelnen Cup-Veranstaltungen. Die meisten Läufer starten demnach in Hachenburg, wobei der Lauf seinen Anteil in den letzten Jahren sogar noch steigern konnte. Danach kommen die Läufe in Wenden, Salchendorf und Herdorf. Die Läufe mit den wenigsten Teilnehmern sind die in Mudersbach und der Molzberglauf.

 

Teilnehmerzahlen nach Hauptläufen

Diese Grafik entspricht der vorherigen, jedoch sind hier nur die Teilnehmer im jeweiligen Hauptlauf erfaßt. Der Lauf in Hachenburg liegt nach wie vor vorne, aber mit einem geringeren Anteil, da es hier eine ganze Menge weiterer Läufe gibt. Wenden ist nach wie vor auf Platz 2. Auffällig ist jedoch, daß der Lauf in Salchendorf trotz hoher Gesamtteilnehmerzahl (siehe vorherige Grafik) bei den Hauptläufen inzwischen der Lauf mit den wenigsten Teilnehmern ist - noch nach Mudersbach. Interessant ist auch, daß der Molzberglauf einen recht hohen Anteil hat - obwohl Bahnläufe bei einigen Läufern eher unbeliebt sind.

 

Sieger nach Vereinen

Die drei folgenden Grafiken zeigen die Siege aller Hauptläufe der letzten 5 Jahre aufgeteilt nach Vereinen. In der ersten Grafik sind die Männer zu sehen. Hier hat die LG Sieg am häufigsten gewonnen (bei LG's sind die Stammvereine zusammengefaßt). Platz 2 belegt die SG Wenden vor dem TuS Deuz und dem CVJM Siegen. Der Molzberg-Lauf 2008 ist wegen des Abbruchs nicht gewertet, so daß 100% insgesamt 49 Siegen entsprechen.

 


Bei den Frauen liegt der Kölner Verein für Marathon vor der LG Sieg und der ASG Altenkirchen. Platz 4 geht an die TG Grund.

 


Faßt man Männer und Frauen zusammen, dann liegt die LG Sieg klar vorne. Platz 2 geht an die SG Wenden. Gleichauf kommen dann der TuS Deuz und der Kölner Verein für Marathon.

 

Sieger nach Läufern

Die unten aufgeführten Tabellen zeigen die Siege aller Läuferinnen und Läufer, die in den letzten 5 Jahren mindestens 2 Läufe gewonnen haben. Bei zwei Läufen gab es jeweils zwei Sieger, die dafür jeweils einen halben Punkt erhalten haben. Während bei den Männern Tobias Dreier mit Abstand die meisten Siege hat, haben bei den Frauen einige Läuferinnen 6 oder mehr Siege. Tina Schneider ist übrigens die einzige, die in jedem der letzten 5 Jahre mindestens einen Hauptlauf gewonnen hat - das hat nicht einmal Tobias Dreier geschafft.
In den letzten 5 Jahren hat es niemand geschafft mehr als 3x bei der gleichen Veranstaltung hintereinander zu gewinnen. Drei Siege hintereinander haben allerdings gleich mehrere Läufer geschafft: Tim-Arne Sidenstein (Wenden, 2009-2011), Stefan Groß (Anzhausen, 2009-2011), Tobias Dreier (Herdorf, 2007-2009), Sabrina Mockenhaupt (Deuz, 2007-2009) und Ulrike Bosch-Schwaak (Salchendorf, 2007-2009).
5 unterschiedliche Sieger in den letzten 5 Jahren gab es bei den Männern in Salchendorf und bei den Frauen in Hachenburg, Mudersbach, Anzhausen und Alsdorf.

 

Leistungsentwicklung in den letzten 5 Jahren

Die nächsten Grafiken zeigen die aufsummierten Laufzeiten aller 10 Ausdauer-Cup Läufe im Vergleich der letzten 5 Jahre. Bei der Erstellung ist ein wenig getrickst worden. Da der Molzberglauf 2008 abgebrochen worden ist, liegen hier keine Zeiten vor. Ersatzweise sind daher die Mittelwerte aus 2007 und 2009 verwendet worden. Ebenso wurden 2007 in Deuz statt der üblichen 15 km nur 12 km gelaufen. Die Zeiten über 12 km wurden deshalb auf 15 km linear hochgerechnet. Weiterhin ist zu beachten, daß in Mudersbach in den letzten 5 Jahren drei verschiedene Strecken gelaufen wurden. 2007 und 2008 wurde der Straßenlauf über knapp 10 km gelaufen, 2009 ging es dann in den Wald. Die Strecke ist zwar einige 100 m kürzer, aber ein wenig langsamer als die Strecke davor. 2010 und 2011 wurde die Strecke dann noch einmal um 150 m auf dem Sportplatz verlängert, was die Strecke noch ein wenig langsamer macht. Der Einfluß der Streckenänderungen zwischen 2007 und 2011 dürfte insgesamt etwa 2 Minuten ausmachen. Auch in Alsdorf und Salchendorf wurden teilweise leicht abgewandelte Strecken gelaufen, deren Änderung aber klein sind.
Betrachtet man die Siegerzeiten bei den Männern, so stellt man fest, daß dieses Jahr deutlich schneller als in den letzten Jahren beiden Jahren gelaufen wurde und die aufsummierten Siegerzeiten dieses Jahr die besten in den letzten 5 Jahren waren.

 


Bei den Frauen sind die Siegerzeiten in den letzten Jahren immer langsamer geworden - abgesehen von 2010. In dem Jahr ist Sabrina Mockenhaupt bei drei Rennen sehr schnell gelaufen (Molzberg knapp unter 16 Minuten, Gesamtsieg in Herdorf mit 33:30 und 35:19 in Kirchen), so daß die Zeiten hier außerordentlich gut waren. Durch die außerordentliche Klasse von Sabrina Mockenhaupt sind die Siegerzeiten bei den Frauen als Maß daher nur wenig geeignet. Startet sie nicht - so wie dieses Jahr - dann werden die Zeiten gleich deutlich schlechter.

 


Interessanter ist es daher, wenn man nicht die Siegerzeiten, sondern die Zeiten der jeweils Zehntplatzierten aufsummiert, um einen Eindruck von der "Breite in der Spitze" zu bekommen. Hier zeigt sich sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen eine klar absteigende Tendenz - auch wenn 2010 bei den Frauen ein kleiner Ausreißer zu beobachten ist.

 

 


Zusätzlich kann man die gleiche Statistik auch mit den Läufern in der Mitte des Feldes machen, d.h. die Zeiten der Läufer aufsummieren, die genau den mittleren Platz bei jedem Lauf belegt haben. Das Ergebnis ist hier ähnlich wie zuvor: es wird von Jahr zu Jahr langsamer gelaufen, mit einer kleinen Ausnahme in 2010. Wenn man zusätzlich bedenkt, daß die Teilnehmerzahlen rückläufig sind und somit weniger eher schlecht trainierte Gelegenheitsläufer als in den früheren Jahren am Start sind, dann ist das eine nicht gerade erfreuliche Entwicklung.

 


Hier bietet es sich nun an, den Blick über die letzten 5 Jahre weiter zurück in die Vergangenheit zu richten. Als Beispiel wird hier der Molzberglauf herangezogen, weil hier immer mit Sicherheit die gleiche Strecke gelaufen wurde. Außerdem kann man davon ausgehen, daß bei einem Bahnlauf ernsthafter gelaufen und die Statistik bei dem Lauf nicht durch Walker verfälscht wird.
Die Ergebnisse sind zwar nicht vollständig (die Ergebnisse einiger Jahre lagen mir nicht vor), aber der Blick weiter zurück zeigt, daß vor 10 Jahren der mittlere Läufer noch einmal deutlich schneller war. Die Teilnehmerzahlen beim Molzberglauf sind dabei auch relativ konstant, d.h. früher waren in etwa genausoviele Läufer am Start wie heute.

 

Leichte Siege - schwere Siege ?

Ein weiterer interessanter Punkt ist der Vergleich der Siegerzeit zu der mittleren Zeit im gleichen Lauf. Oder anders ausgedrückt: wo muß man zum Gewinnen im Verhältnis zum durchschnittlichen Läufer besonders schnell laufen? Oder von der anderen Seite betrachtet: wo kann man besonders einfach gewinnen, weil man im Verhältnis zum Rest nicht besonders schnell laufen muß. Dies kann man berechnen, indem man die Zeit des mittleren Läufers durch die Siegerzeit teilt. Ein Faktor von 1.5 bedeutet z.B., daß man 50% schneller als der mittlere Läufer laufen muß, um zu gewinnen. Der Faktor 1.1 entspricht einem 10% höheren Lauftempo, was eher wenig ist.

Interessanterweise ist bei der Betrachtung der Männer auf den ersten 5 Plätzen der Lauf in Hachenburg zu finden. Zunächst ist das einmal überraschend, läßt sich aber einfach erklären. Der besonders hohe Faktor kommt nicht durch überragende Siegerzeiten zustande, sondern liegt daran, daß der mittlere Läufer in Hachenburg im Vergleich zu den anderen Cup-Läufen besonders langsam ist. Während die Siegerzeiten in Hachenburg in etwa das Niveau von Anzhausen haben, läuft der mittlere Läufer in Hachenburg gut 4 Minuten langsamer als in Anzhausen. Das liegt daran, daß in Hachenburg das Läuferfeld völlig anders zusammengesetzt ist. Während bei den 9 anderen Ausdauer-Cup-Läufen mehr oder weniger immer die gleichen Läufer am Start sind, laufen in Hachenburg in der Mehrzahl andere Läufer mit, die scheinbar langsamer als der typische Ausdauer-Cup-Läufer sind.

Abgesehen von dem Hachenburger Lauf taucht auch der Lauf in Deuz mehrfach im oberen Drittel der Statistik auf. Am unteren Ende der Statistik tauchen Salchendorf, Mudersbach und Kirchen mehrfach auf. Hier sind die Siegerzeiten im Verhältnis zum Mittelfeld also eher langsam.
Bei den Frauen sieht das Bild etwas anders aus. Hier taucht der Lauf in Hachenburg nicht so oft in der Spitze auf, dafür aber vor allem die Läufe, die Sabrina Mockenhaupt gewonnen hat, was wieder ihre besondere Klasse zeigt. Auf Platz 1 steht der Lauf in Herdorf von 2010, bei dem sie alle Männer besiegen konnte. Am unteren Ende findet man insbesondere den Lauf in Salchendorf. Also Frauen: traut Euch an die lange Strecke in Salchendorf - hier kann man besonders einfach gewinnen.

 


Da insbesondere die Frauenstatitik stark davon beeinflußt ist, ob Sabrina Mockenhaupt mitgelaufen ist oder nicht, soll zusätzlich wieder der 10. Platz betrachtet werden. Bei den Männern steht hier auch wieder der Lauf in Hachenburg an der Spitze (der gleiche Grund wie oben), aber danach ist sehr häufig der Lauf in Wenden zu finden. Dies liegt daran, daß die SG Wenden bei ihrem eigenen Lauf fast immer alle ihre Topläufer am Start hat, die dann gleich mehrfach in den Top-10 zu finden sind - oder auch schon einmal die Top 10 komplett belegen, wie 2011. Bei den anderen Ausdauer-Cup-Läufen starten die Wendener dagegen nur vereinzelt. Am unteren Ende der Statitik finden sich besonders häufig die Läufe in Salchendorf, Mudersbach und Kirchen. Hier muß man also nicht so schnell laufen, um in die Top 10 zu kommen. Andererseits heißt das aber auch, daß man bei den zuletzt genannten Läufen besonders viele Punkte für die Cup-Wertung einsacken kann!

Bei der Betrachtung des 10. Platzes in der Frauenwertung ist auch der Lauf in Hachenburg an der Spitze zu finden. Zusätzlich findet man dort auch die Läufe in Herdorf und Deuz überdurchschnittlich oft. Am Ende der Statistik findet man die Läufe in Salchendorf und Mudersbach besonders oft. Auch bei den Läufen in Kirchen und Alsdorf laufen die Frauen im Verhältnis eher langsam. Die letzten Läufe in der Statistik weisen alle einen Faktor von unter 1 auf, was bedeutet, daß die zehnte Frau bereits in der zweiten Hälfte des Feldes das Ziel erreicht hat. Auf dem letzten Platz in der Statistik liegt hier erstaunlicherweise der Lauf in Anzhausen aus 2011, bei dem viele der schnelleren Frauen nicht am Start waren.